Sich als Fahrradfahrer über die Parkplatz-Situation zu beschweren, klingt komisch, wäre aber in vielen Innenstädten gerechtfertigt. Mit der Aktion "Ich kauf per Rad" haben sich die Darmstädter bei den Einzelhändlern Gehör verschafft.
Für den Einzelhändler ist die Welt in Ordnung, solange sich keiner beschwert. Die Wahl der fahrradfreundlichsten Geschäfte Darmstadts 2010 hat jedoch gezeigt, dass es einiges zu verbessern gibt. Denn erstmals gab es Feedback von der radelnden Kundschaft in Form von Lob- und Kritikkarten. Ein häufiger Kritikpunkt war die fehlende Möglichkeit, das Rad sicher und nah vor dem Geschäft zu parken.
Die von Händlern aufgestellten Fahrradständer sind oftmals Gift für die Felgen, da sich das eingeklemmte Vorderrad verbiegen kann, wenn das Fahrrad durch Wind oder beim Beladen zur Seite kippt. Diese und andere Kritik ist bis in die Zentralen zweier Supermarkt-Ketten gedrungen. Für die Initiatoren gehen die Bemühungen also auch nach dem Ende der Aktion noch weiter.
Felix Weidner, Mitglied des Projektteams, ist von der Kraft der Masse überzeugt: "Konstruktives Feedback wird von den meisten Händlern ernst genommen. Außerdem ist es eine gute Möglichkeit, mal die Muskeln spielen zu lassen. Denn wenn den Händlern bewusst wird, dass Radfahrer nicht nur viele sind, sondern auch viel Geld einbringen, kann das einiges bewirken."
Foto: ORION Bausysteme GmbH