„Großer Stern des Sports“ in Bronze 2019 für den Sportclub "Motor" Zella-Mehlis e.V.

Schirmherrin Dajana Eitberger überreicht die „Sterne des Sports in Bronze“ im Ringberg Hotel Suhl

Suhl/03.09.2019:   

Wenn Ende Oktober 2019 der Wettbewerb „Sterne des Sports“ mit dem Landesausscheid Thüringen in die zweite Runde geht, ist der SC „Motor“ Zella-Mehlis e.V. mit dabei und vertritt unsere Region.

Initiiert durch den Deutschen Olympischen Sportbund und die Volksbanken Raiffeisenbanken werden bereits seit 2004 jährlich die „Sterne des Sports“ vergeben. Inzwischen hat sich der Wettbewerb zu einem gesellschaftlichen Event entwickelt, dessen alljährlicher Höhepunkt die Auszeichnung der „Sterne des Sports“ in Gold in Berlin ist. Die Veranstaltung wird von höchster politischer Ebene begleitet: In den vergangenen Jahren haben Bundespräsident und Bundeskanzlerin die Bundessieger persönlich ausgezeichnet.

Für die Region Südthüringen riefen die Kreissportbünde Suhl, Hildburghausen, Ilm-Kreis und Schmalkalden-Meiningen gemeinsam mit der vr bank Südthüringen eG die Vereine der Region zum fünfzehnten Mal auf, sich an dem Wettbewerb zu beteiligen.

Am 03. September fand im Ringberg Hotel in Suhl die große Siegerehrung auf regionaler Ebene statt.

Zur Preisverleihung wurde die diesjährige Schirmherrin des Wettbewerbs, die erfolgreiche Rennrodlerin Dajana Eitberger, mit herzlichem Beifall begrüßt. Sie berichtete in einem Interview mit Moderator Peter Rüberg über ihren Weg in den Leistungssport und ihre Pläne für die Zukunft.

Martina Kopietz und Peter Neuhaus, die Vorstände der vr bank Südthüringen, unterstrichen noch einmal das Anliegen des Wettbewerbs. Es gehe darum, das Engagement der zahlreichen Vereine, die mit ihrer täglichen unermüdlichen Arbeit an der Basis wichtige Impulse setzen, in den Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu stellen.

Insgesamt bewarben sich in diesem Jahr 39 Vereine um die „Sterne des Sports“ in Südthüringen. Sie zeigten mit ihren Wettbewerbsbeiträgen, dass sie auf vielfältige und teilweise innovative Art und Weise über den Sport hinaus wichtige gesellschaftliche Arbeit leisten. Die verschiedenen Einreichungen, die schwerpunktmäßig aus den Bereichen Kinder und Jugend, Familie, Senioren, aber auch Leistungsmotivation, Integration sowie Gesundheit und Prävention kamen, wurden im Juli von einer vierzehnköpfigen Jury bewertet.

Ein "Stern des Sports" in Bronze und ein Preisgeld in Höhe von 750 Euro für den dritten Platz ging an den Meininger Schwimmverein Wasserfreunde e.V. mit seinem Projekt "Schwimm mit! Jedes Kind soll schwimmen lernen!".

Den zweiten Platz belegte der Hainaer SV e.V. mit seiner Bildungsoffensive zur nachhaltigen Förderung der Vereinsstruktur beim HSV.

Der Verein erhielt einen „Stern des Sports“ in Bronze und ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Euro.

Der „Große Stern des Sports in Bronze“ 2019 und ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro ging an den Sportclub „Motor“ Zella-Mehlis e.V. Der Verein qualifizierte sich damit für die Auszeichnung „Sterne des Sports in Silber“ auf Landesebene.

Der Sportclub „Motor“ Zella-Mehlis e.V. bewarb sich mit dem Projekt „Rentner sanieren eine Schanze. – Alter schützt vor Arbeit nicht“.

Kurzbeschreibung des Projektes:

„Am 9. August 2019 vor 100 Jahren wurde Hans Renner geboren. Der Ehrenbürger der Stadt Zella-Mehlis hat Helmut Recknagel zum Olympiasieg 1960 und zu Weltmeistertiteln geführt. Diese Erfolge wurden durch moderne Trainingsmethoden und die durch Hans Renner erfundene Möglichkeit eines ganzjährigen Trainings erreicht. Von Zella-Mehlis ausgehend sind die mit Kunststoffmatten belegten Schanzen überall in der Welt der Skispringer nicht mehr wegzudenken.

Auch in der Geburtsstadt der Matten Zella-Mehlis sprang der Nachwuchs bald auf Matten und tut dies heute noch. Seit über 30 Jahren wird ein Schanzenkomplex, bestehend aus 3 Schanzen fur Training und Wettkämpfe genutzt. Auch wenn die Schanzen mit Umsicht genutzt und Mängel oft in Eigenregie beseitigt wurden, Holzkonstruktionen haben kein ewiges Leben. Das mussten Trainer, Übungsleiter und Helfer vor 3 Jahren feststellen.

Der Anlauf der Schanze K 17 war derart marode, dass eine gefahrlose Nutzung im Training nicht mehr garantiert werden konnte. Aber wer soll/kann den neuen Anlauf bauen? Da zeigte sich erneut das grosse Potential ehrenamtlicher Arbeit im SC „Motor“ Zella-Mehlis. Die Rentner des Vereins, verdienstvolle Sportfreunde zwischen 65 und 80 Jahren, traten auf den Plan und erklärten sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Da wurden ehemalige Lehrer, Trainer, Übungsleiter, Ingenieure, Verwaltungsangestellte, Diplomverwaltungswirte zu Eisenflechtern, Fundamentbauern, Betonmischern, Stahlbauern, Logistikern und vor allem zu Transporteuren. Die Beschaffung des Materials, das Biegen der Auflageschienen, auf denen Profilbleche montiert werden sollten, das Neuverlegen der Anlaufspur und der Bau der Banden – alles erfolgte in Eigenregie.

Der Abriss des alten Anlaufs, die Entsorgung des verrotteten Holzes, die Ausschachtung fur die Fundamente, der Transport des Betons vom Privat-KFZ zu den Fundamenten, die Herstellung von Drahtkäfigen für die Fundamente - alle diese Arbeiten wurden per Hand durchgeführt.

Etwa ehrenamtliche 650 Stunden wurden von den Rentnern des Vereins geleistet. Die Durchführung durch spezialisierte Handwerksbetriebe hätte sicherlich über 20.000 € gekostet. Getreu dem Motto „Zella-Mehlis verbindet - einst und jetzt“ haben die alteren Vereinsmitglieder dem Nachwuchs eine neue Trainingsstätte geschaffen. Dieser dankt es mit reger Trainingsbeteiligung und guten Wettkampfergebnissen.“